Fulda, 05.11.2008

Konzertbericht

Dies ist mein Bericht über das Konzert, das Al und Dave am 05.11.2008 in Fulda in der Orangerie gespielt haben. Der Bericht ist ein bisschen unorthodox, weil ich mir während eines Konzerts - besonders wenn es von Al ist - nicht merke, welche und wie viele Songs gespielt wurden. Ich genieße einfach das Konzert, wie einen schönen Kurzurlaub, voll Spannung und Entspannung und habe keine Lust, mir währenddessen schriftliche oder geistige Notizen zu machen. Lesen könnt ihr aber im Folgenden über Eindrücke und Highlights - und am Schluss gibt's noch eine ungefähre Setliste. Also viel Spaß und ich hoffe, dass ihr einen Eindruck von der Show bekommt!

Nachdem ich aus terminlichen Gründen leider nicht zu Als Konzert in Aschaffenburg gehen konnte - denn da war's 2006 wirklich klasse - habe ich mich für die nächstliegende Stadt, Fulda, entschieden. Ich habe mir ein Hotelzimmer gebucht und am Mittwoch Nachmittag den Zug dort hin genommen. Ich war schon sehr aufgeregt, obwohl es das dritte mal sein würde, dass ich Al live sehen würde und das zweite mal Dave.

Das Konzert begann um 20:00 Uhr und ging, mit einer 20-minütigen Pause, bis 22:30. Wie bei einigen Konzerten der 2008-Tour begann jedes Set mit drei Songs von Dave. So - und das sind die einzigen Zahlenangaben, die Ihr in diesem Bericht lesen werdet. :-)

Bevor das Konzert losging, schaute ich noch bei dem CD-Stand im Vorraum vorbei, ob es etwas neues zu erwerben gäbe. Natürlich war ich da bereits im Besitz von "Sparks of Ancient Light", aber man weiß ja nie... Mit freudiger Überraschung stellte ich fest, dass Dave selbst die CDs verkaufte. Das war gleich ein richtig herzliches Willkommen. Ich habe mich ein bisschen mit Dave unterhalten und er sagte, dass er und Al nach der Show noch am Stand seien um sich mit uns zu unterhalten und CDs zu signieren. Ich kaufte Daves neue CD, bei der übrigens Al bei einem Stück mitsingt und setzte mich auf meinen Platz (Reihe 8, Mitte). Es war wirklich ein schöner Anfang des Konzerts Dave zu treffen; Er ist immer so freundlich und herzlich. Außerdem ist es bewundernswert, wie schnell er die Rollen wechselt: Erst steht er am CD-Stand und spricht mit den Leuten und verkauft CDs, dann, sofort auf der Bühne um das Konzert zu beginnen, dann begleitet er Al auf der Gitarre und dann in der Pause steht er wieder am Stand. Mir hat die Musik von Dave, vor allem die Stücke aus seinem neuen Album ("Elephants" und "Midnight Sea") sehr gut gefallen. Allerdings finde ich, dass er am besten ist, wenn er Al auf der Gitarre begleitet. Bei dem Stück "Elephants" hat Dave erzählt, dass es an die Erlebnisse seines Bruders angelehnt ist, der eine Zeit lang beim Zirkus gejobt hatte. Auch hat mir das Lied "Grateful" gut gefallen, das ein wichtiges Thema, nämlich die Dankbarkeit hat. Ich denke, wir vergessen viel zu oft, für kleine und große Dinge dankbar zu sein.

Nach den ersten drei Stücken von Dave kam Al auf die Bühne. Wie scheinbar bei jedem Konzert dieser Tour begann Al seinen Teil der Show mit "House Of Clocks" und "Flying Saucery"; zwei Songs, die ich nie vorher wirklich gewürdigt hatte, die mir aber bei dieser Show extrem gut gefallen hatten. (Dies zeigt, dass Al recht zu haben scheint, wenn er sagt, dass alle seine Songs gleich gut seien. [Man muss sie nur in der richtigen Stimmung hören.])

Leider schien sich das Konzert am Anfang nicht sehr gut zu entwickeln: Al war leicht ungehalten, weil er vergeblich versuchte dem Mann am Mischpult zu vermitteln, dass er kaum etwas von seinem und Daves Spiel hören könne. Im Saal war der Sound zwar wirklich gut, aber die Monitorboxen waren wohl nicht richtig eingestellt. Dies zeigte jedoch besonders, wie professionell die beiden zusammenspielten, denn die Tatsache, dass sie sich kaum hören konnten, war für das Publikum nicht akustisch nicht zu erkennen. Erst nach dem vierten oder fünften Lied schien es mit dem Sound einigermaßen zu klappen , was man daran erkennen konnte, dass Al wesentlich entspannter war und auch seine ersten Geschichten erzählte.

Auch das Publikum, das - bis auf vielleicht zehn Leute - hauptsächlich wegen Als drei bekanntesten Hits gekommen war (zumindest waren die Äußerungen in der Pause - auch von einer HR1-Moderatorin - dahingehend), ließ sich kaum zu mehr als einem müden Applaus motivieren. (Die Stimmung wurde erst nach der Pause besser, als Al "endlich" "Time Passages", "Year of the Cat" und "On the Border" spielte.

Zugegeben, das alles trug nicht zu einer guten Stimmung bei, aber für mich war es dennoch das beste Konzert, das ich von Al gesehen hatte, obwohl ich es lieber mit anderen geteilt hätte.

Nach den zwei ersten Songs spielte Al "Angry Bird"), das er mit einer Geschichte einleitete: Das Lied handle davon, dass ein Briefträger, also ein ganz normaler Mensch, ein Revolutionär wie Jake Ohara werden möchte. Deshalb trägt er einen kleinen Hut mit einem Stern darauf um bedrohlicher zu wirken. Aber niemand nimmt ihn ernst. Eines Tages wird er zu einem Vogel, der herumflattert. Aber seinen Hut hat er noch auf. Nun ist er also ein Revolutionärvogel. Dann trifft er einen Pinguin, der ihm erklärt, dass er nicht fliegen dürfe, denn Fliegen sei Bourgeois und dass er als Revolutionär zu Fuß gehen müsse. Also läuft der Vogel herum, hat aber keine Orientierung. Deshalb läuft er im Kreis. Dies verärgert ihn und mit der Zeit wird er immer ärgerlicher, ärgerlicher und ärgerlicher von dem vielen im Kreis laufen. Eines Tages geht ihm auf, dass er ein Vogel ist und dass er fliegen kann, aber dass er sich dafür entschieden hat nicht zu fliegen, weil ihm gesagt wurde, dass dies bourgeois sei und dass er sich deshalb für ein Leben voll Ärger entschieden hat...

Die Tour war - entsprechend Als neuem Album und besonders einen Tag nach der Wahl Obamas - den US-Amerikanischen Präsidenten der Vergangenheit gewidmet. Al und Dave spielten insgesamt drei Songs über Präsidenten: relativ zu Anfang spielten sie "A Child's View Of The Eisenhower Years" von Als neuem Album und "Warren Harding". Gegen Ende der Show spielten sie "Like William McKinley", das ebenfalls von Als neuem Album stammt. Ein Lied, das Al auf der Idee basiert, dass er es so halten will wie William McKinley: Ein US-Präsident aus dem 19. Jahrhundert, der nie seine Veranda verließ um durch das Land zu reisen. Die Menschen mussten zu ihm kommen, wenn sie etwas von ihm wollten.
Al erwähnte in Zusammenhang der Lieder über Präsidenten, ob uns auch aufgefallen sei, dass auf einem schlechten Präsident immer ein guter folgen würde.

Eines der Highlights des Konzerts kam relativ kurz vor der Pause; eine echte Rarität, wie Al versicherte: Al spielte seine erste Single "The Elf", die er, wie er sagte, nur ein oder zweimal verkauft hatte, weshalb seine Tantiemen sich ungefähr auf fünf Pfund beliefen. Für dieses Stück, das Al geschrieben hatte, nachdem er "der Herr der Ringe" ein paarmal gelesen hatte, mussten Al und Dave sogar ihre Gitarren umstimmen, denn es ist in einer anderen Dur geschrieben.

Als Al dann "Year of the Cat" spielte, meinte er, dass es für ihn immer noch ein Rätsel sei, weshalb dieses Lied ungefähr vier Millionen mal im Radio gespielt würde, "Time Passages" und "On the Border" jeweils zwei Millionen mal und der Rest seiner Lieder überhaupt nicht; Dies verwundere ihn immer wieder, denn seine Songs seien alle gleich gut.

Al und Dave spielten gegen Ende "Joe the Georgian", eine Anspielung auf Stalin und was mit ihm passieren wird, wenn er ins Fegefeuer kommt. Al denkt, wie er in seiner Einleitenden Story sagt, dass es neben Stalin noch ein paar andere wirklich böse Menschen gibt, die so behandelt werden sollten, wie er dies in seinem Lied beschreibt. Dieses Lied sollte, laut Al, erst ein amerikanischer Dance Song und ein Hit werden, wurde aber, aufgrund der eindeutigen Thematik dann doch ein russisches Tanzlied und kein Hit.

"In Brooklyn", eines meiner Lieblingslieder, hat eine Neuerung zum ursprünglichen Text erfahren: Al trinkt jetzt kalten Tee und nicht mehr Kaffee, der nach Hotdogs schmeckt. :-)

Die Show endete mit Carol, ein weiteres meiner Lieblingslieder und "End Of The Day" als Zugabe wie bei vielen Konzerten der Tour.

Nach der Show waren - wie von Dave angekündigt - Al und Dave im Vorraum um CDs zu signieren. Dies freute mich besonders, denn so konnte ich den beiden noch persönlich für dieses wunderbare Konzert danken.

Für mich war dieses Konzert wirklich sehr schön und ich habe jede Sekunde davon genossen. Ich finde, dass die Mischung aus sehr alten und sehr neuen Songs sehr gelungen war. Ganz zu schweigen von dem brillianten Zusammenspiel von Al und Dave und Als Gesang! Und die vielen witzigen und humorvollen Geschichten nicht zu vergessen!

Ich hoffe, dass ich Al bald wieder live sehen werde. Bis dahin habe ich ja das neue Album und eine ganze Menge wunderbarer Erinnerungen.

Alexandra



Eine ungefähre Setliste

Von den sechs Songs, die Dave gespielt hat, kann ich mich an folgende drei erinnern:

Midnight Sea
Elephants
Grateful

Die Songs, die Al sicher gespielt hat:

House Of Clocks
Flying Saucery
Angry Bird
A Childs View Of The Eisenhower Years
Warren Harding
The Elf
On The Border
In Brooklyn
Nighttrain To Munich
Year of the cat
Time passages
Joe The Georgian
Like William McKinley
Carol

Zugabe: End Of The Day